Brandeinsatz
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Großbrand - ehem. Gasthof Lechbrugg
Datum / Uhrzeit 01. August 2009 / 13:38 Uhr
Alarmierung: Pipser Sammelruf 13:38 Uhr / Pipser Alarmstufe 2 13:44 Uhr
Einsatzmeldung: Gebäudebrand: Pflach, Unterletzen 2
Einsatzort: Pflach, Unterletzen 2
Fahrzeuge / Mannschaft: LFB, TLFA, 22 Mann
Weitere Einsatzkräfte: Feuerwehren: Breitenwang/Mühl, Höfen, Lechaschau, Musau, Reutte, Vils, Wängle
Einsatzdauer: 01.08.2009 13:38 Uhr bis 02.08.2009 15:00 Uhr

BERICHT:

Am Samstag, den 1. August 2009 heulten gegen 13:35 Uhr in Pflach und Musau die Sirenen. Die Einsatzmeldung lautete: Gebäudebrand: Pflach, Unterletzen 2.

Anm: Während des Umbaus der Letzener Brücke wurde bereits vor Baubeginn veranlasst, dass die Feuerwehr Musau bei einem Einsatz in Pflach gleichzeitig mitalarmiert wird.

OLM Johannes Lenz war sofort vor Ort. Aufgrund des heiklen Objektes (Mehrparteienhaus mit großem Stadelwerk) und des sich rasch ausbreitenden Brandes veranlasste er die Auslösung der Alarmstufe 3 über die Leitstelle Tirol.

Die Feuerwehren Musau und Pflach war in kürzester Zeit zur Stelle. Aufgrund der Baumaßnahmen bei der Letzener Brücke musste unsere Feuerwehr den Umweg über die enge Kniepaßstraße und die Umfahrungsstraße nehmen.
Die Bewohner waren bereits vor Eintreffen der Feuerwehren aus dem Gebäude geflüchtet. Eine ältere Frau wurde von den anwesenden Polizisten aus der Kellerwohnung befreit.
Die Mannschaft vom Tanklöschfahrzeug (TLFA-1500) begann sofort mit dem Löschangriff. Die Gruppe des LF-B war für die Versorgung des TLF mit Löschwasser zuständig. Zugleich wurde eine weitere Zubringerleitung für weitere Löschleitungen verlegt. Zum Glück konnte als Wasserentnahmestelle der nahegelegene Lech genutzt werden.
Die starke Rauchentwicklung und die enorme Hitze erschwerten den Einsatz für die Hilfskräfte. Durch die Hitzeabstrahlung vom seitlich gelegenen Stadlwerk begannen bereits beim benachbarten Haus die Schirmbretter zu brennen und die Überdachung der Eingangstüre zu schmelzen. Die Fenster bekamen Sprünge.
Die nachrückenden Wehren Reutte, Vils, Lechaschau, Breitenwang, Wängle, Höfen waren ebenfalls mit Löschangriffen von außen und innen (schwerer Atemschutz) beschäftigt. Der Einsatz von Drehleitern erleichterten die Löscharbeiten für die oberen Stockwerke und den Dachstuhl.

Mehrere Löschtrupps hatten die Aufgabe die benachbarten Gebäude (Luise Wörle und Wilfried Beirer)
zu schützen.

Das Rote Kreuz Reutte kümmerte sich sofort um die Bewohner des Hauses. Sie wurden in der Turn-
halle der Volksschule Pflach, die als Sanitätsstelle eingerichtet wurde, untergebracht. Vier Bewohner mussten mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ärztlich versorgt werden.
Nachdem auch einige Schaulustige zu nah an den Brandherd gekommen waren und gesundheitliche Probleme bekamen, löste das Rote Kreuz einen Großalarm aus.

Dieser Einsatz war auch für die anwesenden Hilfskräfte nicht ungefährlich. Damit die Löscharbeiten effizient durchgeführt werden konnten, war es für die Feuerwehrmänner unvermeidbar dem beißenden Rauch ausgesetzt zu sein. Das führte dazu, dass zwei Feuerwehrleute der FF Pflach ebenfalls mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ärztlich behandelt werden mussten. Sie konnten allerdings am Abend das BKH Reutte wieder verlassen.

Die Rettungshubschrauber mussten Gott sei Dank nicht in Anspruch genommen werden.
Gegen 19:00 Uhr konnte nach 5,5 Stunden endlich das erlösende „Brand aus“ gegeben werden. Die Nachbarwehren konnten somit in ihre Heimatgemeinden zurückkehren.
Um 21:00 Uhr musste die Feuerwehr Lechaschau mit ihrer Drehleiter nochmals alarmiert werden. Grund war ein immer wiederkehrendes Aufflackern des Feuers auf beiden Dachseiten.
Die eingesetzte Nachtwache war bis in die frühen Morgenstunden immer wieder mit kleineren Glutnestern beschäftigt.

Am Sonntag fanden die Aufräumarbeiten statt. Brandsachermittler der Polizei untersuchten die Brandruine. Nachdem mit Hilfe eines Kranes der Firma Sprenger ein Stück des Blechdaches entfernt wurde, konnte um 15:00 Uhr der Einsatz für die Feuerwehr Pflach endgültig beendet werden. Im Anschluss wurde noch eine ehemalige Bewohnerin mit dem Feuerwehrauto zu den Sozialwohnungen der Gemeinde Breitenwang gebracht.

Einige Fakten zum Einsatz:

  • Einsatzbeginn: 1. August 2009, 13:35 Uhr
  • Brand aus: 1. August 2009, 19:00 Uhr
  • Einsatzende: 2. August 2009, 15:00 Uhr
  • im Einsatz waren:
    o 8 Feuerwehren mit 32 Fahrzeugen und 213 Mann
    o BFK Dietmar Berktold, BFK-Stv. Wolfgang Storf und BFI Konrad Müller
    o Polizei Reutte mit 7 Fahrzeugen und 13 Mann
    o Rotes Kreuz Reutte mit 9 Fahrzeugen und 43 Mann
    o 2 Notarzthubschrauber mit 6 Mann
    o 1 Polizeihubschrauber mit 2 Mann
    o Fa. Sprenger mit Kran und 1 Mann
    o EWR mit Unimog mit Seilwinde und 1 Mann
    o EVA (Erdgasversorgung Außerfern) mit 1 Fahrzeug und 2 Mann
    o Abschleppdienst Hundertpfund mit 1 Fahrzeug und 2 Mann
  • insgesamt 55 Fahrzeuge und 286 Mann

Vielen Dank an alle, die uns ihr Bildmaterial zur Verfügung gestellt haben!!!

Bericht: OV Kathrin Gruber

Bericht von Tiefenbrunn Ch. / Dorfchronik Pflach entnommen.



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